KI-Produktionen kalkulieren
Richtwerte für Aufwand, Credits und Angebote

ℹ️ Zusammengestellt von Florian Feldmann, AI Creative Director in Berlin, aus laufenden KI-Produktionen für Agenturen und Produktionen. Stand: August 2026.
Was sich verkaufen lässt, was es an Aufwand und Fremdkosten wirklich kostet, und die vier Stellen, an denen eine KI-Kalkulation regelmäßig aus dem Ruder läuft.
Eine KI-Produktion kalkuliert sich nicht wie klassische Post. Jedes Motiv ist eine eigene Position, weil es einzeln erarbeitet wird und sich nicht in Varianten ausrendern lässt. Bis ein Bild sitzt, fallen typisch 5 bis 15 Generierungen an, bei Bewegtbild 8 bis 20; diese Credits sind Fremdkosten und gehören getrennt ausgewiesen, nicht in die Tagesrate. Teuer wird ein Projekt nicht durch die Zahl der Shots, sondern durch alles, was über die Shots hinweg identisch bleiben muss. Wer zwei Korrekturrunden inkludiert und alles darüber nach Aufwand abrechnet, entschärft die häufigste Kostenfalle schon vor Projektstart.
Was anders ist als bei der alten Post-Kalkulation?
Ein Asset ist ein Projekt
Es gibt keine Szene, die man einmal baut und dann in Varianten ausrendert. Jedes Motiv wird einzeln erarbeitet. Zwei Bilder sind zwei Positionen.
Die Kosten liegen im Wurf
Bis ein Bild sitzt, braucht es mehrere Generierungen. Das ist kein Fehlversuch, das ist das Verfahren.
Credits sind Fremdkosten
Jede Generierung kostet Geld beim Anbieter, auch die verworfenen. Gehört in die Kalkulation wie Miete oder Lizenz, nicht in die Tagesrate.
Positionslogik, Richtwerte pro Einheit
| Leistung | Aufwand | Credits | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Pitch- und Previz-Frames, 5–8 Stück | 0,5 Tag | 10–25 € | Für den Kundenpitch, nicht freigabefähig |
| Key Visual / Still nach Briefing | 0,5–1 Tag / Motiv | 15–40 € | Inkl. 2 Korrekturrunden |
| Bild-Cleanup: Objekte raus, Perspektive, Retusche | 0,25–0,5 Tag / Bild | 5–20 € | Abhängig von Auflösung und Vorlage |
| Raumvisualisierung Stufe 1: Fenster, Perspektive, Boden | 0,5 Tag / Raum | 15–30 € | Basis für alles Weitere |
| Stufe 2: Einrichtung, Bad, Küche, Licht | 0,25–0,5 Tag / Raum | 15–30 € | Setzt auf Stufe 1 auf, deshalb günstiger als ein Neumotiv |
| Clip 5–10 Sek. aus Standbild | 0,5–1 Tag / Clip | 30–80 € | Der teuerste Credit-Posten überhaupt |
| Wiederkehrende Figur über mehrere Shots | +1 Tag Setup | 20–50 € | Einmalig vor der Shot-Produktion |
| Sequenz / Mini-Spot 15–30 Sek., inkl. Schnitt und Sound | 3–5 Tage | 150–400 € | Shots, Anschlüsse und Ton, nicht nur Generierung |
| Voice, Lipsync oder Dubbing je Sprecher | 0,25–0,5 Tag | 5–20 € | Sprachqualität vorab testen |
Die vier Stellen, an denen es kippt
- Exakte Reproduktion. Vorgegebene Layouts, echte Produktgeometrie, Logos und Text im Bild entstehen nicht durch Generierung allein, sondern durch Compositing und Retusche. Immer als eigene Post-Position kalkulieren.
- „Nur die Lampe anders.“ Jede Änderung an einem generierten Bild ist ein neuer Wurf, kein Klick. Deshalb Korrekturrunden von Anfang an begrenzen, sonst wandert das Risiko still zur Produktion.
- Anschlüsse. Ein einzelner Shot ist schnell gemacht. Teuer wird es, wenn mehrere Shots zusammenpassen müssen: dieselbe Person mit demselben Gesicht, derselbe Raum, dieselbe Tageszeit. Jede Generierung fällt leicht anders aus, deshalb wird ein großer Teil der Arbeit nicht fürs Erzeugen aufgewendet, sondern fürs Angleichen. Der Kostentreiber ist also nicht die Anzahl der Shots, sondern die Anzahl der Dinge, die über die Shots hinweg identisch bleiben müssen. Deshalb früh klären, wie streng das sein muss: „erkennbar dieselbe Szene“ ist deutlich günstiger als „exakt derselbe Raum aus drei Winkeln“.
- Lange Einstellungen. Über rund zehn Sekunden am Stück wird Bewegtbild unzuverlässig. Eine geschnittene Folge kurzer Shots ist billiger und besser als ein langer Take. Einzelne Modelle bieten inzwischen deutlich längere Takes an, die Regel bleibt trotzdem, dass es mit Länge und Komplexität unzuverlässiger wird.
5 Regeln, die eine KI-Kalkulation tragfähig machen
- Ein Asset, eine Position. Varianten, Vorher-Nachher und Formatableitungen sind eigene Zeilen, keine Nebenwirkung.
- Credits als Durchlaufposten ausweisen, Abrechnung nach Verbrauch plus Handling. Nie in der Tagesrate versenken.
- Zwei Korrekturrunden inklusive, alles darüber nach Aufwand. Schriftlich, vor Projektstart.
- Bei neuem Motivtyp erst eine Testrunde, dann den Festpreis. Ein halber Tag vorher ersetzt drei Tage Nachverhandlung.
- Stufenweise freigeben. Stufe 1 wird abgenommen, bevor Stufe 2 startet. Das schützt beide Seiten davor, einen ganzen Batch zweimal zu bauen.
Wie eine korrekte Position aussieht
Vier Angaben gehören in jede Zeile: die Leistung mit Menge, der Aufwand in Tagen, die Fremdkosten getrennt ausgewiesen, und die Zahl der inkludierten Korrekturrunden. Fehlt eine davon, wird später darüber verhandelt.
Raumvisualisierung, 4 Motive, Cleanup und Einrichtung. Aufwand 3 Tage zum vereinbarten Tagessatz. Fremdkosten Generierung nach Verbrauch, geschätzt 120 €, Abrechnung nach Beleg. Inklusive zwei Korrekturrunden je Motiv, weitere Runden nach Aufwand.
Konkretes Briefing auf dem Tisch?
Schick es rüber, ich schätze es dir ein,
bevor du das Angebot rausgibst.
FAQ
Das hängt vor allem an der Länge und daran, wie viel über die Shots hinweg konstant bleiben muss. Ein einzelner Clip von 5 bis 10 Sekunden aus einem Standbild liegt bei einem halben bis einem Tag Aufwand plus 30 bis 80 € Generierungskosten. Eine geschnittene Sequenz von 15 bis 30 Sekunden inklusive Ton liegt eher bei 3 bis 5 Tagen und 150 bis 400 € Credits. Der Tagessatz kommt jeweils dazu und wird separat vereinbart.
Als Fremdkosten, getrennt von der Leistung ausgewiesen und nach Verbrauch abgerechnet, gegen Beleg und mit einem Handling-Aufschlag. Jede Generierung kostet Geld beim Anbieter, auch die verworfenen. Wer die Credits in der Tagesrate versenkt, zahlt jede zusätzliche Korrekturrunde aus der eigenen Marge.
Weil jede Generierung leicht anders ausfällt. Sobald dieselbe Person, derselbe Raum oder dieselbe Tageszeit über mehrere Shots hinweg wiedererkennbar bleiben muss, geht ein großer Teil der Arbeit nicht ins Erzeugen, sondern ins Angleichen. Der Kostentreiber ist deshalb nicht die Zahl der Shots, sondern die Zahl der Dinge, die konstant bleiben müssen.
Zwei, schriftlich vereinbart vor Projektstart, alles darüber nach Aufwand. Eine Änderung an einem generierten Bild ist kein Klick, sondern ein neuer Wurf mit neuen Generierungskosten. Ohne diese Grenze wandert das Risiko still zur Produktion.